der kaiser


Alpenkicker in der Großstadt

{ 16:32, 15-Aug-2007 } { 0 Kommentare } { Link }


Schweizer gelten im Grunde als angenehme, liebenswerte Zeitgenossen. Nicht ganz zu Unrecht haben die Bewohner des kleinen Alpenstaates bei uns den Ruf, stoisch und gelassen zu sein. Auch Fredy Bickel, Sportchef des Schweizer Fußballmeisters FC Zürich fährt nicht oft aus seiner Haut. In diesen Tagen erhöht sich sein Puls jedoch schlagartig, wenn er über seinen ehemaligen Trainer Lucien Favre spricht. „Lucien macht bei uns alle verrückt“, giftete Bickel unlängst. Auch sein Präsident Ancillo Canepa war nicht gut auf Favre zu sprechen. Favre betreibe ein Intrigenspiel sondergleichen, schimpfte Canepa gegenüber der Tageszeitung die Welt.

Noch vor wenigen Monaten standen Bickel, Canepa und Favre gemeinsam auf dem Züricher Helvetiaplatz und feierten überschwänglich den gewonnenen Meistertitel. Lucien Favre hatte sich als Trainer in Zürich einen Namen gemacht und viele junge, talentierte Spieler in sein System mit eingebaut.

Ein neues Gesicht für die alte Dame Hertha

Kurze Zeit später bastelte der 49-jährige Schweizer erneut am Konzept seiner Mannschaft – nun allerdings als Trainer von Hertha BSC Berlin. Zusammen mit seinem Schweizer Assistenten unterschrieb er einen Dreijahresvertrag in der Hauptstadt. Hertha-Manager Dieter Hoeneß hatte sich vehement für die Verpflichtung Favres eingesetzt, die den Verein eine Ablöse von rund 200.000 Euro kostete. "Wir sind sehr glücklich, dass wir unseren Wunschtrainer unter Vertrag nehmen konnten", freute sich Hoeneß bei der offiziellen Präsentation von Favre.

Seitdem befindet sich die alte Dame Hertha in Renovierungsarbeiten. Gleich elf Spieler mussten den Verein verlassen. Abwehrrecke Dick van Burik wurde vom neuen Trainer ausgemustert, Kevin-Prince Boateng zog es für viel Geld auf die Insel zu Tottenham. Ein Spieler nach dem anderen verließ den Verein, ohne dass adäquater Ersatz verpflichtet wurde. Dieter Hoeneß konnte nur zwei namhafte Zugänge vermelden: Torhüter Jaroslav Drobny und Mittelfeldspieler Lucio.

„Wir riskieren mit dieser Transferpolitik einen heiklen Saisonstart“, mahnte Favre bereits kurz vor dem Start der neuen Fußballbundesliga. Nach der Auftaktpleite gegen Eintracht Frankfurt schrieb die Internetseite die-fans.de bereits über einen „Fehlstart“ des neuen Trainers. Man müsse personell noch nachlegen, beschwichtigte Manager Hoeneß die Situation und ließ seinen Worten gleich darauf Taten folgen. Neben Fabian Lustenberger wechselte mit Steve von Bergen der zweite Schweizer innerhalb von wenigen Tagen in die deutsche Hauptstadt.

FC Zürich vor dem Ausverkauf

Die Verantwortlichen des FC Zürich beobachten den drohenden Ausverkauf ihrer Mannschaft naturgemäß mit Argusaugen. „Mit Zähneknirschen“ gab Sportchef Bickel den Transfer von Bergens nach Berlin bekannt. Die Ablöse betrug laut Medienberichten etwa 1,5 Millionen Euro. Peanuts im Vergleich zu der Summe, die Hertha für die Verpflichtung von Stürmer Raffael auf den Tisch zu legen bereit sein soll. Favres Wunschspieler, der zurzeit noch für Zürich auf Torjagd geht, soll laut Berichten der Internetseite die-fans.de eine Ablöse in zweistelliger Millionenhöhe kosten.

Für den Schweizer Meister sind die Wechselabsichten seiner besten Akteure pures Gift. Schließlich befindet man sich zurzeit in der Vorbereitung auf das erste Qualifikationsspiel in der Championsleague gegen Besiktas Istanbul. Dafür hat man sich extra in eine beschauliche Wellness-Idylle am Zürichsee zurückgezogen. Das Quartier verspricht Harmonie und Gelassenheit, gerade so wie es sich die Schweizer Zeitgenossen vorgestellt haben.

euer kaiser


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