der kaiser

Fußball fürs Ohr

{ 13:51, 23-Aug-2007 } { 0 Kommentare } { Link }

Es knarzt, scheppert und pfeifft, wenn ich mein altes Radio einschalte. Aus dem überdimensionalen Lautsprecher meldet sich eine blecherne Stimme. „Willkommen zur Bundesliga“, sagt der Moderator und verliest die Ansetzungen des heutigen Spieltages. „Bayern München gegen Bremen – was für ein Spiel!“, erzählt er, hollt tief Luft und schaltet dann live in das voll besetzte Bremer Weserstadion. Ein stimmgewaltiger Fanchor schwappt in mein Wohnzimmer, wo ich es mir pünktlich zum Anstoß mit einer heißen Schokolade gemütlich gemacht habe. „Zieht den Bayern die Lederhosen aus!“, schallt es aus tausend Kehlen. Gänsehaut. „Herzlich willkommen in Bremen“ begrüßt mich eine herbe Damenstimme, die mich durch diesen Nachmittag begleiten wird. Ich schließe die Augen und lasse die Tonkulisse auf mich wirken. So schön kann Fußball sein!



Gut Holz!

{ 15:30, 21-Aug-2007 } { 0 Kommentare } { Link }

Manche Menschen erwischt es früher, andere später. Fußballer jedoch, sind wohl die ersten, die die Auswirkungen ihrer Midlife Crisis zu spüren bekommen. Mit Mitte dreißig, wenn nur noch der BVB mit einem Zehnjahresvertrag lockt, denken viele alternde Kicker ans Aufhören. So wie Bayernflitzer Mehmet Scholl, der vor einigen Tagen sein Abschiedspiel in der Allianz-Arena gab. Über Jahre war Scholli das Teenie-Idol schlechthin. Unzählige rostige Bravo-Ottos zieren noch immer seine Schrankwand.

Etliche Fußball-Rentner vor ihm, man denke nur an Steffan Effenberg, fielen nach ihrem Rücktritt in ein tiefes Loch. Andere widmeten sich einem neuen Zeitvertreib (öffentliche Rosenkriege, ungewollten Vaterschaften etc.).

Nicht so Scholl. Der nahm sein Leben fest in beide Hände, um sich schnellstmöglich ein zweites Standbein für die Zukunft zu schaffen. Weil aller Anfang bekanntlich schwer ist, suchte sich Scholl ein Praktikum. Um Erfahrungen zu sammeln, hieß es aus seinem engsten Freundeskreis. Gemeinsam mit der Dame vom BIZ (Berufsinformationszentrum) analysierte er seine Stärkung und Schwächen, um ein geeignetes Betätigungsfeld zu finden. Das Resultat: Musik sollte es sein. Schließlich hatte der 36-jährige mit seiner CD „Vor dem Spiel ist nach dem Spiel. Mehmet Scholl kompiliert“ (33,29) in seinem Bekanntenkreis für einige Furore gesorgt.

In einer Praktikumsbörse im Internet stieß er dann auf die Ausschreibung der Sportfreunden Stiller. Eine Woche wird er nun den Sportfreunden die kühlen Getränke und das Knabberzeug auf die Bühne reichen – kostenlos versteht sich. Auch fürs Kopieren, Abwaschen und Kaffeekochen ist er zuständig. Ein hartes Brot für einen Ex-Fußballstar.

Wenn aus der geplanten Karriere als Groupie nichts werden sollte, bleibt ihm immer noch die Hoffnung, in der zweiten Kegelmannschaft des FC Bayern München Karriere zu machen. Mehmet Scholl hat sich bereits für den Spielbetrieb angemeldet. Am 21. Januar 2008 findet der erste Spieltag in der Bezirksliga B2 statt. Was man nicht alles tut, um seine Midlife Crisis um ein paar Jahre aufzuschieben.

kaiser



Alpenkicker in der Großstadt

{ 16:32, 15-Aug-2007 } { 0 Kommentare } { Link }


Schweizer gelten im Grunde als angenehme, liebenswerte Zeitgenossen. Nicht ganz zu Unrecht haben die Bewohner des kleinen Alpenstaates bei uns den Ruf, stoisch und gelassen zu sein. Auch Fredy Bickel, Sportchef des Schweizer Fußballmeisters FC Zürich fährt nicht oft aus seiner Haut. In diesen Tagen erhöht sich sein Puls jedoch schlagartig, wenn er über seinen ehemaligen Trainer Lucien Favre spricht. „Lucien macht bei uns alle verrückt“, giftete Bickel unlängst. Auch sein Präsident Ancillo Canepa war nicht gut auf Favre zu sprechen. Favre betreibe ein Intrigenspiel sondergleichen, schimpfte Canepa gegenüber der Tageszeitung die Welt.

Noch vor wenigen Monaten standen Bickel, Canepa und Favre gemeinsam auf dem Züricher Helvetiaplatz und feierten überschwänglich den gewonnenen Meistertitel. Lucien Favre hatte sich als Trainer in Zürich einen Namen gemacht und viele junge, talentierte Spieler in sein System mit eingebaut.

Ein neues Gesicht für die alte Dame Hertha

Kurze Zeit später bastelte der 49-jährige Schweizer erneut am Konzept seiner Mannschaft – nun allerdings als Trainer von Hertha BSC Berlin. Zusammen mit seinem Schweizer Assistenten unterschrieb er einen Dreijahresvertrag in der Hauptstadt. Hertha-Manager Dieter Hoeneß hatte sich vehement für die Verpflichtung Favres eingesetzt, die den Verein eine Ablöse von rund 200.000 Euro kostete. "Wir sind sehr glücklich, dass wir unseren Wunschtrainer unter Vertrag nehmen konnten", freute sich Hoeneß bei der offiziellen Präsentation von Favre.

Seitdem befindet sich die alte Dame Hertha in Renovierungsarbeiten. Gleich elf Spieler mussten den Verein verlassen. Abwehrrecke Dick van Burik wurde vom neuen Trainer ausgemustert, Kevin-Prince Boateng zog es für viel Geld auf die Insel zu Tottenham. Ein Spieler nach dem anderen verließ den Verein, ohne dass adäquater Ersatz verpflichtet wurde. Dieter Hoeneß konnte nur zwei namhafte Zugänge vermelden: Torhüter Jaroslav Drobny und Mittelfeldspieler Lucio.

„Wir riskieren mit dieser Transferpolitik einen heiklen Saisonstart“, mahnte Favre bereits kurz vor dem Start der neuen Fußballbundesliga. Nach der Auftaktpleite gegen Eintracht Frankfurt schrieb die Internetseite die-fans.de bereits über einen „Fehlstart“ des neuen Trainers. Man müsse personell noch nachlegen, beschwichtigte Manager Hoeneß die Situation und ließ seinen Worten gleich darauf Taten folgen. Neben Fabian Lustenberger wechselte mit Steve von Bergen der zweite Schweizer innerhalb von wenigen Tagen in die deutsche Hauptstadt.

FC Zürich vor dem Ausverkauf

Die Verantwortlichen des FC Zürich beobachten den drohenden Ausverkauf ihrer Mannschaft naturgemäß mit Argusaugen. „Mit Zähneknirschen“ gab Sportchef Bickel den Transfer von Bergens nach Berlin bekannt. Die Ablöse betrug laut Medienberichten etwa 1,5 Millionen Euro. Peanuts im Vergleich zu der Summe, die Hertha für die Verpflichtung von Stürmer Raffael auf den Tisch zu legen bereit sein soll. Favres Wunschspieler, der zurzeit noch für Zürich auf Torjagd geht, soll laut Berichten der Internetseite die-fans.de eine Ablöse in zweistelliger Millionenhöhe kosten.

Für den Schweizer Meister sind die Wechselabsichten seiner besten Akteure pures Gift. Schließlich befindet man sich zurzeit in der Vorbereitung auf das erste Qualifikationsspiel in der Championsleague gegen Besiktas Istanbul. Dafür hat man sich extra in eine beschauliche Wellness-Idylle am Zürichsee zurückgezogen. Das Quartier verspricht Harmonie und Gelassenheit, gerade so wie es sich die Schweizer Zeitgenossen vorgestellt haben.

euer kaiser



Feuerwehrmann gesucht!

{ 16:11, 13-Aug-2007 } { 1 Kommentare } { Link }

Samstag, 15.30 Uhr. Gerade als ich meinen alten Fersehapparat angeknips hatte, klingelte es an meiner Tür. "Feuerwehr, aufmachen!", ertönte eine Stimme vom Flur. "Was gibts denn?", fragte ich den älteren Herrn, der mit einer langen Lanze mitten in meinem Wohnzimmer stand. "Von ihrer Hauswand bröckelt der Putz", nickte er mir zu und öffnete das Fenster. Während er sich am Äußeren meiner Wohnung zu schaffen machte, begann das Spiel der Hertha. "Wie stehts für uns?", wollte der Feuerwehrmann von mir wissen. "Liegen zurück", antwortete ich kurz und deutete wie zum Beweis auf den flimmernden Bildschirm. "Wenn die so weitermachen, steigen 'se ab", schüttelte er den Kopf. "So wirt dit nüscht! Ick muss denn mal wieder."
"Schauen Sie doch mal bei der Hertha vorbei!", spöttelte ich. "Die können einen Feuerwehrmann gut gebrauchen!"

euer Kaiser


Weltauswahl oder Mogelpackung?

{ 12:33, 10-Aug-2007 } { 3 Kommentare } { Link }

Vor dem Start der neuen Bundesligasaison gleicht der FC Bayern München einer Wundertüte: mal Top, mal Flop.


An diesem Wochenende beginnt die Bundesligasaison 2007/08. Mit Spannung erwarten Fußballfans und Sportjournalisten, wie sich die aggressive Einkaufspolitik vieler Mannschaften auf das Niveau der erste Liga auswirken wird. Am tiefsten hat wieder einmal der FC Bayern München in die Tasche gegriffen und gleich 70 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Manager Uli Hoeneß tauschte nahezu die gesamte Bayern-Offensive aus. Neben Mittelfeld-Ass Ribery kamen WM-Torschützenkönig Klose und der Weltmeister Luca Toni an die Isar.

Für elf von achtzehn Bundesligatrainer steht einer Umfrage zufolge schon jetzt fest: Der FC Bayern wird deutscher Fußballmeister 2008. Grund zu diesem Optimismus gab bereits der Gewinn des Ligapokals, bei dem die Münchner nicht nur Werder Bremen und Schalke 04, sondern auch den deutschen Meister aus Stuttgart aus dem Wettbewerb kegelten. Die Fußballplattform die-fans.de sah den deutschen Rekordmeister schon Wochen vor dem offiziellen Saisonstart auf „dem besten Weg zur Übermannschaft“. Der Sieg beim VfB Stuttgart sei für die Bayern nicht mehr, als „ein lockerer Spaziergang“ gewesen.

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Erste Dämpfer für das Starensemble

Bei so viel Euphorie war es Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld wohl ganz recht, dass sich seine Spieler in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Wacker Burghausen äußerst schwer taten. „Es wird alles kein Selbstläufer, das wird heute auch der letzte gesehen haben“, kommentierte Hitzfeld den gewonnenen Elfmeterkrimi gegen den Regionalligisten aus Burghausen.

Einen Tag später hatten die Bayern-Fans eine weitere bittere Pille zu schlucken. Beim RCD Mallorca kam der mit einer B-Elf spielende FC Bayern mit 0:3 unter die Räder. So hatten sich Manager Uli Hoeneß und Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge die Saisonvorbereitung ihrer Mannschaft sicher nicht vorgestellt. Die Saisonziele wurden dennoch hoch gesteckt: Neben der Meisterschale und dem DFB-Pokal, soll in Zukunft auch der UEFA-Pokal im Trophäenschrank an der Säbener Straße funkeln.

Die Fans sind gespalten

Seit langem werden die Ziele des deutschen Rekordmeisters in diversen Internetforen heiß diskutiert. Während „Rasefreund“ auf die-fans.de erste Risse in der Millionentruppe zu erkennen glaubte, mochte „Zico“ von solcher Schwarzmalerei nichts wissen. „Die Bayern werden auf dem Weg zu Meisterschaft und UEFA-Pokal nicht zu stoppen sein“, so sein selbstbewusster Tipp.

„Wenn wir gesund bleiben und fit sind, wird es nicht viele geben, die uns aufhalten können“, äußerte sich auch Angreifer Miroslav Klose kämpferisch. Bayern gehöre an die Spitze in Deutschland, sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld dem Bayerischen Rundfunk. Bevor es jedoch soweit sein wird, muss sich das teure Starensemble am ersten Spieltag mit dem Aufsteiger aus Rostock messen. Weltauswahl oder Mogelpackung? Wir dürfen gespannt sein,

euer Kaiser


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