Fußnoten zur Fußballgeschichte

Wappenverwirrung perfekt

{ 23:02, 15-Jul-2007 } { 0 Kommentare } { Link }

Der Hannoversche SV von 1896 experimentiert seit Jahren mit verschiedenen Wappenvariationen und schafft dabei wie kein zweiter deutscher Klub Verwirrung. So ist der Verein der meines Wissens einzige, der bei den FIFA-Spielen von EA-Sports wie auch in der Sportschau ständig mit falschen Wappen unterlegt wird. Nachdem ein neuer Kopfbogen letzte Woche in einem Dauerkartenanschreiben zunächst an VIP ohne jede Hintergrunderklärung ein schon wieder neues Logo zierte (oder wurde hier nur ein Testballon gestartet?), konnte man dieses Wappen beim NFV-Sparkassen-Supercup am 14. Juli nun erstmals auch auf der Anzeigetafel im Niedersachsenstadion bewundern und nun langsam davon ausgehen, dass dies offiziel sein soll (Nachtrag: Diese Vermutung ist einige Tage später bestätigt worden).

Die "Kommunikation" dessen ist wie so häufig jedoch wieder gescheitert. Hannover 96 hat keinen Pressesprecher und pflegt sein völlig uneinheitliches Auftreten außerhalb eigener Publikationen, in denen man zuletzt mit der so genannten "Wort-Bild-Marke" ein von den Fans nicht akzeptiertes Erkennungszeichen schuf, das nun klammheimlich verbannt wird - kein Wunder, wurde doch schon der Begriff "Wort-Bild-Marke" im unabhängigen Internetforum www.das-fanmagazin.de zum "Unwort des Jahres" gekürt.

Hatte der Verein in der Anfangszeit der Bundesliga noch die schlichte schwarz-weiß-grüne Fahne

als offizielles Wappen, so wurde Mitte der 60-er Jahre die zuvor mitunter in Variationen auf dem Trikot gezeigte Gründungsjahrzahl in Schwarz auf weißem Grund mit grüner Umrandung zum regulären Wappen.

Farbliche Variationen ließen dieser scheinbar von Kinderhand mit Zirkel und Lineal kreeirten Form bereits ein uneinheitliches Erscheinungsbild zur Folge haben.

Ein hässliches Tannengrün brachte später keinen Fortschritt, während die kräftigeren Ziffern zu gefallen wussten. Allerdings schossen diese nun mit merkwürdigen Spitzen aus dem inneren Kreis.

Da der grüne Rand das Zentrum zudem geradezu erschlug, lag die Idee nahe, das Grün ins Innere zu verlagern.

Dass ein Schwarz und ein Dunkelgrün dabei nicht sonderlich harmonieren wurde schnell offenbar. Daher wohl die Idee einen reliefähnlichen Eindruck zu schaffen...

...oder durch einen weißen Rand die Konturen sichtbar zu machen.

Im Trend der Zeit wurde es dann auch mal mit Quitschgrün...

... sowie einem weniger nach Mallorca-Luftmatratze aussehendem Grün versucht.

Wieso jedoch ein Grafikstümperer auf die Idee kam, die Ziffern nicht mehr farblich zu schließen bleibt eines der vielen Rätsel in Sachen Hannover 96 und Öffentlichkeitsarbeit, das dieser Tage leider wieder auflebt.

Mittlerweile ist der zeitliche Ablauf auch für mich kaum mehr nachvollziehbar. Immerhin ist klar, dass das Tannengrün eine Renaissance erlebte und dabei erfreulicherweise die klaffenden Wunden an den Rändern geheilt wurden. Feste Konturen schlossen nun die Ziffern im Ganzen zusammen.

Im Jahrbuch 2004/05 stellte der Verein sein erneut modifiziertes Logo - unterstützt durch affiges Werbedenglisch - wie folgt dar: „Im Rahmen eines mittelfristig geplanten Relaunch-Konzepts konzentriert sich Hannover 96 zukünftig wieder auf das Wesentliche. Das gerade überarbeitete Logo (…) beschränkt sich auf die klassischen, zentralen Elemente - die schwarze 96 mit weißer Outline auf grünem Rund, das außen durch eine weiß-schwarze Outlinie begrenzt wird. Einzig ein Lichtreflex sorgt für eine erhabene Anmutung, allerdings ohne wirkliche grafische Veränderungen vornehmen zu müssen“.

Damit hatte der Klub einen m.E. grafisch optimalen Sprung im Sinne des einheitlichen Auftretens gesetzt, in dem Tradition und Moderne eine gefällige Synthese eingingen. Aber zur 96-Tradition gehört wohl mittlerweile auch ein fast zweijähriger Wechsel des Erkennungszeichens. Wie soll da auch der Kicker, EA-Sports, auswärtige oder selbst hannoversche Fußballfans noch mitkommen, wo doch noch heute alle hier dargestellten Variationen durch die Medienlandschaft geistern und mitunter seit Jahren überholt sind? Externe Kommunikation - eine "Baustelle" die dem desolaten "Service" der Geschäftsstelle bzw. des Fanladens fünf Jahre nach dem Bundesligaaufstieg noch immer in nichts nachsteht.


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