Fußnoten zur Fußballgeschichte

Saison 1924/25 Fritz Blaschke

{ 14:19, 27-May-2011 } { 0 Kommentare } { Link }

SOFV-Meisterschaft

Dank der Aufstockung der Teilnehmer an der Endrunde der Deutschen Meisterschaft von 8 auf 16 Klubs stellte der SOFV nunmehr zwei Vertreter in der Endrunde, was dem oberschlesischen Bezirksmeister Beuthen 09 als Viertem der SOFV-Endrune jedoch nicht reichte. Meister wurde der FC Viktoria Forst (Lausitz), vor dem Breslauer SC 08, der damit vor den zuletzt führenden Breslauer Sportfreunden landete. Der Saganer SV wurde Fünfter, die SpVgg Schutzpolizei Liegnitz Sechster.

 

Fritz Blaschke

Der am 16. Februar 1899 in Breslau geborene Blaschke galt als erster schlesischer Topspieler, sieht man vom bereits in dieser Reihe vorgestellten Camillo Ugi ab, der jedoch als Leipziger in Breslau zugezogen war. „Seppl“ begann seine Laufbahn bei den Breslauer Sportfreunden und feierte den ersten großen Erfolg am 16. Mai 1920 mit dem Endrundensieg über Union Oberschöneweide, als er mit einem Tor vier Minuten vor Schluss die Wende einläutete, die drei Minuten später sein Freund Hermann Pohla mit dem 3:2 perfekt machte. Viermal gelang ihm mit den Sportfreunden der Einzug in die Endrunde der Deutschen Meisterschaft, ehe Blaschke 1924 zum Lokalrivalen BSC 08 wechselte.  Mit diesem schaltete der feine Techniker sensationell den Dresdner SC im Achtelfinale aus. Karrierehöhepunkt war sicher der 4:3-Viertelfinalsieg nach Verlängerung in Breslau-Grüneiche (heutiger Ślęża-Platz) 1929 gegen Bayern München. 12.000 Fans feierten den dreifachen Torschützen frenetisch! Kurios ist einzig, dass Blaschke nie in die Nationalmannschaft berufen wurde – allerdings absolvierte er 18 Auswahlspiele für die südostdeutsche Regionalauswahl. Nach der Vertreibung führte er den VfB Oldenburg 1949 als Trainer in die erstklassige Oberliga Nord. Er starb am 14. Januar 1968 in Oldenburg (Old).

Fritz Blaschke (vermutlich 5. von links) im Dress des Breslauer SC 08 (Sammelbilderserie der Erdal-Schuhcreme).

 

Baltenmeisterschaft

1. VfB Königsberg 6:2 Punkte

2. Stettiner FC Titania 4:4 Punkte

3. SV Neufahrwasser Danzig 2:6 Punkte

 

Deutsche Meisterschaft:

Achtelfinale: TuRu Düsseldorf – VfR Mannheim 4:1, Titania Stettin – Altona 93 2:4, 1. FC Nürnberg – 1. SV Jena (heute Carl Zeiss) 2:0, Alemannia 90 Berlin – Dusiburger SpV (heute Eintracht) 1:2, FC Viktoria Forst (Lausitz) – Schwarz-Weiß Essen 1:2, VfB Königsberg – Herhta BSC Berlin 2:3 n.V., Hamburger SV – FSV Frankfurt 1:2 n.V., die Sensation war sicher der 2:1-Sieg in Leipzig vom Breslauer SC 08 gegen Topklub VfB Leipzig. Viertelfinale: Altona – Duisburg 0:2, Hertha – Düsseldorf 4:1, Essen – Frankfurt 1:3, für Breslau war nun vor 12.000 Zuschauer in Breslau-Grüneiche gegen Vorjahrsmeister 1. FC Nürnberg mit einem 1:4 Schluss. Halbfinale: Duisburg – Nürnberg 0:3, Frankfurt – Hertha 1:0 n.V. Finale: 1. FC Nürnberg – FSV Frankfurt 1:0 n.V.


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