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<title>Hannovera locuta, causa finita</title>
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<title>50+x - Die Zukunft des Sports?</title>
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Ausgerechnet in Ostniedersachsen, da irgendwo im Nirgendwo, sehen viele die Wiege einer kommerziellen Entwicklung, deren Tempo den Fu&amp;szlig;ball fast schon &amp;uuml;berrollt hat. In der nieders&amp;auml;chsischen Provinz war es ein erfolgreicher Lik&amp;ouml;rproduzent, der seinen Hirschkopf gerne auf den Trikots eines aktuell in die Viertklassigkeit taumelnden Vereins sehen wollte. Dar&amp;uuml;ber hinaus sollte sogar der Verein selbst nach seiner Firma J&amp;auml;germeister benannt werden. Letzteres konnte der wachsame DFB zwar unterbinden, aber durch einen Trick konnte die ebenfalls vom Fu&amp;szlig;ballbund abgelehnte Trikotwerbung platziert werden. Denn der ostnieders&amp;auml;chsische Bundesligist verscherbelte sein Emblem einfach an J&amp;auml;germeister und fortan war der Hirsch das offizielle Vereinslogo.
Nun kann man sagen dass das &amp;quot;b&amp;ouml;se Geld&amp;quot; schon fr&amp;uuml;her Einzug im deutschen Fu&amp;szlig;ball gehalten hatte und Sponsoring auch schon vor G&amp;uuml;nter Mast statt fand, aber der uns&amp;auml;gliche Verkauf von Tradition zu Gunsten eines Geldgebers feierte damals wohl Premiere. Trikotsponsoring folgte schnell auch bei anderen Bundesligisten und da niemand einen Wettbewerbsnachteil durch eine blanke Brust haben wollte, war die Trikotwerbung schnell fl&amp;auml;chendeckend etabliert. Genauso wie sich in unseren Tagen der Virus der Stadionumbennungen zu Gunsten von Sponsoren vollzieht, wo auch niemand ein oder zwei Millionen weniger auf der Habenseite verbuchen will als die Konkurrenz, weil man lieber im Niedersachsen-, Ostsee- oder Waldstadion als in der &amp;quot;Firma XY Arena&amp;quot; spielt.
Profifussball ohne zweistellige Millionenums&amp;auml;tze ist heute einfach nicht mehr m&amp;ouml;glich und das Rad l&amp;auml;sst sich auch nicht mehr zur&amp;uuml;ckdrehen. Darum sollte man wenigstens versuchen den Status Quo zu wahren und den Sponsoren oder anderen Investoren nicht noch mehr Macht zu offerieren.
Leider scheint mit den werbe&amp;uuml;berladenen Bundesliga-Events unserer Tage immer noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht zu sein, denn mittlerweile drohen uns in Deutschland die &amp;quot;Fu&amp;szlig;ballheuschrecken&amp;quot;. Investoren die nicht wie der Sponsor durch Werbung ihren Nutzen aus Finanzspritzen in Fu&amp;szlig;ballvereine ziehen wollen, sondern Geldgeber die aus ihrer Anlage Rendite erwirtschaften wollen.

Zweimal nur war G&amp;uuml;nter Mast im Stadion von Eintracht Braunschweig, als er Klubpr&amp;auml;sident war. Er hat mitbekommen, dass der Klub eben aus der Zweiten Liga abgestiegen ist. &amp;bdquo;Fu&amp;szlig;ball hat mich eigentlich nie interessiert&amp;ldquo;, sagt er, er war Mittel zum Zweck.
[...]
Als Eintracht Braunschweig sich weigerte, den Verein in J&amp;auml;germeister Braunschweig umzubenennen, begann Mast die Vertr&amp;auml;ge nach und nach aufzul&amp;ouml;sen. Da war die Geschichte f&amp;uuml;r ihn zu Ende.
S&amp;uuml;ddeutsche Zeitung 29.07.2003

Zur Zeit ist diese Spezies noch von der Bundesliga abgeschreckt, da hier auch bei einer Fu&amp;szlig;ballkapitalgesellschaft &amp;uuml;ber 50% der Anteile (und somit die Entscheidungshoheit) beim Stammverein verbleiben m&amp;uuml;ssen. Wer sein Geld investiert um es zu mehren, will nat&amp;uuml;rlich auch die Weichen stellen um Gewinne (Rendite) zu erwirtschaften. Da k&amp;ouml;nnen dann schon mal das Vereinslogo oder die Trikotfarbe verh&amp;ouml;kert werden oder die Eintrittspreise k&amp;ouml;nnen weiter auf englisches Niveau gehoben werden (insofern die Nachfrage vorhanden ist). Und das Ganze stets im heiteren Wechsel, da nat&amp;uuml;rlich immer die Firma den Zuschlag erh&amp;auml;lt, die am meisten l&amp;ouml;hnt. Heute &amp;quot;AWD Hannover 96&amp;quot;, morgen &amp;quot;TUIflyers Hannover&amp;quot; und &amp;uuml;bermorgen &amp;quot;IKEA-Kickers Hannover&amp;quot; (stilecht in blaugelben Trikots). Horrorvorstellungen denen die Statuten der DFL zum Gl&amp;uuml;ck noch einen Strich durch die Rechnung machen, aber einige Funktion&amp;auml;re r&amp;uuml;tteln leider bereits daran. Martin Kind und DFL-Pr&amp;auml;sident Wolfgang Holzh&amp;auml;user seien hier beispielsweise genannt.
Unser Pr&amp;auml;sident erhofft sich von einem Verkauf von 51% bis 100% unseres Vereins (bzw. der Hannover 96 Kapitalgesellschaft) einige Milli&amp;ouml;nchen mehr um zur Konkurrenz aufzuschlie&amp;szlig;en und den Etat weiter an die Gro&amp;szlig;en anzugleichen. Er m&amp;ouml;chte damit Wettbewerbsnachteile gegen&amp;uuml;ber Bayern, Hamburg oder Schalke auffangen und sich Vorteile gegen&amp;uuml;ber Bielefeld, N&amp;uuml;rnberg und Co verschaffen. Dieser Gedanke klammert allerdings aus, dass sicher wie bei der Trikotwerbung oder der Vermarktung von Stadionnamen niemand lange einen Wettbewerbsnachteil gegen&amp;uuml;ber der Konkurrenz anschaut und andere nachziehen werden, so dass am Ende nur jene einen Vorteil haben, die davon profitieren dass im Fu&amp;szlig;ball noch h&amp;ouml;here Summen umgesetzt werden.
Die Bielefelds oder N&amp;uuml;rnbergs werden aber ganz sicher nicht zuschauen wie Hannover ihnen durch h&amp;ouml;heres Kapital enteilt. Man wird den Gesetzen des Marktes folgen und sich auch an einen der Schlange stehenden Investoren verkaufen. Schneller als jedem Fan lieb sein kann wird der deutsche Fu&amp;szlig;ball russischen Oligarchen, &amp;ouml;sterreichischen Energydrink-Milliard&amp;auml;ren oder us-amerikanischen Medienmogulen geh&amp;ouml;ren und die totale Kommerzialisierung eines Sportes ist abgeschlossen.
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<link>http://blogs.die-fans.de/hannoi1896/450/</link>
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<title>Hannover 96 - Eine Fußballmannschaft soll sich zum Spekulationsobjekt und Amüsierbetrieb wandeln</title>
<description>Seit geraumer Zeit quengelt unser Pr&amp;auml;sident und Gesch&amp;auml;ftsf&amp;uuml;hrer Martin Kind, ein wenig seinem Nachnamen gerecht werdend, bei der DFL bez&amp;uuml;glich einer gravierenden &amp;Auml;nderung der Statuten. In Zukunft soll es m&amp;ouml;glich sein, dass die zu verschiedenen betrieblichen Gesellschaftsformen ausgegliederten Profiabteilungen zahlreicher Fussballvereine bis zu 100% ver&amp;auml;u&amp;szlig;erbar sind. Bisher m&amp;uuml;ssen &amp;uuml;ber 50% der Kapitalgesellschaften vom Stammverein gehalten werden (also bei uns vom Hannoverscher SV von 1896 e.V.), so dass der auf demokratischen Gestaltungsprinzipien basierende Verein immer das letzte Wort haben kann und der professionelle Fu&amp;szlig;ball in Deutschland nicht Gefahr l&amp;auml;uft zum Spekulationsobjekt profitorientierter Investoren zu verkommen. &amp;Uuml;ber die Gefahren f&amp;uuml;r den Fu&amp;szlig;ball einer g&amp;auml;nzlichen &amp;Ouml;ffnung zum Kapitalmarkt berichtete der Kurvengedanke bereits in der Ausgabe 73 (wer ihn nicht hat, findet ihn zum Download unter www.ultras-hannover.de). 

Bisher konnten Martin Kinds Verst&amp;ouml;&amp;szlig;e in diese Richtung bei der DFL nur eine Minderheit an Sympathisanten gewinnen, so dass eine freiwillige &amp;Auml;nderung der DFL-Statuten kurzfristig nicht absehbar war. Unser Gesch&amp;auml;ftsf&amp;uuml;hrer der Hannover 96 GmbH &amp;amp; Co. KGaA und Vereinspr&amp;auml;sident in Personalunion erh&amp;ouml;ht daher nun den Druck auf die DFL und k&amp;ouml;nne sich auch vorstellen vor Gericht zu ziehen, um die sogenannte 50+1-Klausel abzuschaffen, sollte es zu keiner Einigung im Konsens kommen. Mit anderen Worten stellt er die DFL vor die Wahl die Klausel freiwillig zu beseitigen oder sich einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit ihm stellen zu m&amp;uuml;ssen. Dass die Klausel fallen muss, scheint f&amp;uuml;r Kind unumg&amp;auml;nglich, lediglich beim wie (sprich Auflagen und Einschr&amp;auml;nkungen der Investments) gibt es wohl noch Verhandlungsspielraum. Man wird nun sehen wie die Deutsche Fu&amp;szlig;ballliga mit der Pistole auf der Brust reagieren wird. Kinds Chancen die Klausel vor dem europ&amp;auml;ischen Gerichtshof zu kippen, d&amp;uuml;rften jedenfalls nicht schlecht stehen, so dass Bewegung der DFL zu erwarten ist.

Doch wem nutzt diese Revolution des Clubfussballs eigentlich, welche Vorteile k&amp;ouml;nnten sich ausgegliederte Profiabteilungen erhoffen? Erh&amp;ouml;ht werden kann auf jeden Fall das Kapital der Gesellschaften, da fortan &amp;uuml;ber das Doppelte an Anteilen zum Verkauf steht. Mit diesem frischen Kapital m&amp;ouml;chte Kind unseren Etat um einige Millionen erh&amp;ouml;hen und somit von der Finanzkraft zu den Gro&amp;szlig;en der Liga aufschlie&amp;szlig;en. Das Geld w&amp;uuml;rde man nat&amp;uuml;rlich in die Mannschaft investieren um die sportliche Qualit&amp;auml;t zu erh&amp;ouml;hen und somit eine Grundlage zu schaffen, um dauerhaft national oben und auch international mitspielen zu k&amp;ouml;nnen. Zwar geht die Gleichung zwischen Geld und Erfolg im Fu&amp;szlig;ball auch oft nicht auf, aber grunds&amp;auml;tzlich ist mehr Kapital nat&amp;uuml;rlich schon ein wichtiger Baustein f&amp;uuml;r eine sportliche Weiterentwicklung (gerade wenn es schnell gehen soll). Absurd ist es allerdings zu glauben, dass nur Hannover 96 sich diesen Wettbewerbsvorteil sichern w&amp;uuml;rde. Auf der einen Seite w&amp;uuml;rden sich anderen Teams aus der Mitte der Liga nicht zugucken wie Hannover ihnen enteilt, sondern auch sie w&amp;uuml;rden nat&amp;uuml;rlich Investoren ins Boot holen und gemeinsam mit 96 aufschlie&amp;szlig;en. Alleine w&amp;uuml;rde 96 also wohl kaum in die Phalanx der Gro&amp;szlig;en einbrechen wollen und k&amp;ouml;nnen. Die Clubs an der nationalen Spitze wiederum, werden wohl kaum tatenlos zusehen wie die Spitze immer breiter wird und sie sich pl&amp;ouml;tzlich mit zehn anderen Mannschaften um die Meisterschaft und die Europapokalteilnahme balgen m&amp;uuml;ssen. Auch diese Clubs w&amp;uuml;rden sicher Investoren ins Boot holen und w&amp;auml;ren um einiges attraktiver als Hannover 96, so dass ganz andere Summen erzielt werden k&amp;ouml;nnten. Kurzum, dass Status Quo w&amp;auml;re vielleicht schneller wieder erreicht, als 96 lieb sein k&amp;ouml;nnte. Lediglich im internationalen Wettbewerb k&amp;ouml;nnte diese generelle Kaufkraftsteigerung der Bundesliga von Vorteil sein, aber auch die internationalen Pl&amp;auml;tze sind limitiert, so dass vielleicht ein Platz mehr rausspringt bzw. die derzeitige Anzahl gegen Verfolger wie Rum&amp;auml;nien verteidigt werden kann (ein Blick auf die Finanzen der rum&amp;auml;nischen Clubs d&amp;uuml;rfte veranschaulichen, dass Geld anscheinend nicht das einzige Kriterium f&amp;uuml;r internationale Wettbewerbsf&amp;auml;higkeit sein kann). 

Ein wesentlich gr&amp;ouml;&amp;szlig;erer Profiteur der neuen Fu&amp;szlig;ballwelt als die deutschen Clubs w&amp;auml;ren jedenfalls die Spieler, denn wie einst beim Bosman-Urteil d&amp;uuml;rften sie sowohl in der Spitze als auch in der Breite teurer f&amp;uuml;r die Vereine werden. Und diejenigen die in Clubs investieren werden, wollen auch zu Gewinnern werden und sind sicher keine Wohlt&amp;auml;ter. Da hilft es auch wenig, dass Kind eine Mindestdauer f&amp;uuml;r Investments vorschl&amp;auml;gt, um die Spekalutionsgefahr einzud&amp;auml;mmen. Der Investor will sein Geld nicht verschenken, sondern mit Hilfe von Hannover 96 oder anderen Clubs vermehren und er will dementsprechend bestimmen was mit seinem investierten Geld geschieht. Um Gewinne zu generieren, st&amp;uuml;nden mit Sicherheit unbequeme Entwicklungen ins Haus. Wie in Ausgabe 73 skizziert, w&amp;auml;re vieles m&amp;ouml;glich. Vereinsfarben, g&amp;uuml;nstige Ticketkategorien, die Ansto&amp;szlig;zeiten, Vereinsnamen (bzw. dann der Name der Profimannschaft), Wappen und vielleicht gar der Spielort der Mannschaft w&amp;auml;ren in Gefahr. Nicht auszuschlie&amp;szlig;en dass Lizenzen (wie die der Hannover 96 GmbH &amp;amp; Co KGaA) dann einfach in andere St&amp;auml;dte vergeben werden, in denen man sich bessere Einnahmen mit seiner zum Am&amp;uuml;sierbetrieb verkommenen Mannschaft erhofft. Was im US-Sport Usus ist und auch im englichen Profifu&amp;szlig;ball schon praktiziert wurde, w&amp;auml;re auch in Deutschland nicht mehr utopisch. Solange die Mitgliedschaft eines Vereins das letzte Wort hat, ist so etwas dagegen kaum vorstellbar.

Es muss nicht alles so schlimm werden, aber allein schon diese Szenarien zu erm&amp;ouml;glichen w&amp;auml;re unverantwortlich. Daher ist es Pflicht eines jeden Liebhabers von Hannover 96 all diese Entwicklungen kritisch zu hinterfragen. Fraglich ob die vermeintlichen Pro-Argumente einer endg&amp;uuml;ltigen &amp;Ouml;ffnung zum Kapitalmarkt sich behaupten k&amp;ouml;nnen. Wir sehen jedenfalls keinen Wettbewerbsvorteil f&amp;uuml;r Hannover 96 bei einem Verkauf an Investoren, die Gefahren dagegen kreisen &amp;uuml;ber uns wie ein Damoklesschwert. 
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<link>http://blogs.die-fans.de/hannoi1896/449/</link>
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<title>Stadionverbote in Hannover</title>
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So manch ein Kurveng&amp;auml;nger d&amp;uuml;rfte sich gegen Dortmund &amp;uuml;ber einen sitzenden und schweigenden N16 gewundert haben. Mit Gl&amp;uuml;ck und Konzentration konnte man eine Ansage des Megaphoncapos vernehmen und Dank eines schnell gespr&amp;uuml;hten Spruchbandes eventuell erschlie&amp;szlig;en, dass dieser spontane Protest irgend etwas mit Stadionverboten zu tun haben m&amp;uuml;sste. Leider erreichte uns v&amp;ouml;llig unvorbereitet am Sonnabend vor zwei Wochen die Kunde, dass in diverse Haushalte der Region Hannover ein Einschreiben mit einem bundesweiten Stadionverbot bis 2009 flatterte. Geschockt dar&amp;uuml;ber, dass langj&amp;auml;hrige Freunde von uns f&amp;uuml;r lange Zeit ausgesperrt werden, &amp;uuml;berlegte man sich spontanen Protest f&amp;uuml;r die Partie gegen Dortmund. Dieser konnte nat&amp;uuml;rlich nicht mehr in der K&amp;uuml;rze der Zeit ausreichend an Au&amp;szlig;enstehende kommuniziert werden, aber wir sahen keine Alternative zur sofortigen sichtbaren und vernehmbar Aktion. Die Brigade Nord, auch von den Stadionverboten betroffen, schloss sich uns an und es blieb tats&amp;auml;chlich die ersten 10 Minuten fast durchweg gespenstisch still in der Kurve..
Unsere Mannschaft h&amp;auml;tte eigentlich eine lautstarke Unterst&amp;uuml;tzung verdient und wir haben bewusst nicht versucht jemandem die von uns gew&amp;auml;hlte Stille aufzuoktroyieren, aber solange man jederzeit zu Unrecht f&amp;uuml;r lange Zeit von seinem Lebensinhalt ausgeschlossen werden kann, muss man auch mal unangenehme Wege gehen, um auf Mi&amp;szlig;st&amp;auml;nde aufmerksam zu machen. Denn unsere Freunde werden nach langen Jahren, in denen sie den Gro&amp;szlig;teil ihres Geldes und all ihr Herzblut in 96 gesteckt haben, weitaus l&amp;auml;nger als 10 Minuten schweigen m&amp;uuml;ssen.
Auf den Inhalt schwebender Verfahren m&amp;ouml;chten wir verst&amp;auml;ndlicherweise nicht in diesem Medium eingehen und hier jetzt &amp;uuml;ber Schuld und Unschuld urteilen m&amp;ouml;chten wir erst recht nicht. So etwas ma&amp;szlig;en wir uns nicht an. Das machen dagegen seit Jahren die Vereine und die Polizei. Mit Stadionverboten haben sie eine Strafe, die sie an Richtern und Gerichten vorbei verh&amp;auml;ngen d&amp;uuml;rfen. Eine Strafe f&amp;uuml;r die ein Anfangsverdacht reicht oder eine Empfehlung selbsternannter Richter in Uniform. W&amp;auml;hrend einer unserer wichtigsten Rechtsgrunds&amp;auml;tze die Unschuld solange gelten l&amp;auml;sst bis Schuld gesprochen ist, wird hier die Strafe verh&amp;auml;ngt lange bevor &amp;uuml;berhaupt klar ist ob eine Anklage erhoben wird.
Argumentiert wird damit, dass es gar keine Strafe sei, sondern eine pr&amp;auml;ventive Ma&amp;szlig;nahme, um die Sicherheit bei Fu&amp;szlig;ballspielen zu gew&amp;auml;hrleisten. Leider ist es aber so ziemlich die h&amp;auml;rteste Strafe, die sich ein Fan vorstellen kann. Jahrelang vom Lebensinhalt und dem sozialen Umfeld ausgeschlossen zu sein, d&amp;uuml;rfte jeden Fan h&amp;auml;rter treffen als eine Geldstrafe, Sozialstunden oder eine Bew&amp;auml;hrungsstrafe. Zwei, drei oder gar f&amp;uuml;nf Jahre ohne Fu&amp;szlig;ball k&amp;ouml;nnen unm&amp;ouml;glich die angemessene Strafe f&amp;uuml;r eine kleine Verfehlung sein. Von den zahlreichen F&amp;auml;llen, in denen es Unschuldige trifft, ganz zu schweigen. 
Und ob die Strafen pr&amp;auml;ventiv sind, steht auch auf einem anderen Blatt. Nat&amp;uuml;rlich kann man f&amp;uuml;r jemanden der schon mal beim Fu&amp;szlig;ball auff&amp;auml;llig war (egal ob derjenige jetzt zu Recht oder aufgrund Versagens der Polizeikr&amp;auml;fte in den Fokus selbiger ger&amp;uuml;ckt ist), eine gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere Gefahrenprognose erstellen, als jemandem der ein v&amp;ouml;llig unbeschriebenes Blatt ist. Aber ob derjenige wirklich eine Gefahr f&amp;uuml;r die Sicherheit im Stadion ist, sagt irgend ein Polizeiverdacht sicher alles andere als kompetent aus. Zumal die Stadien unserer Tage nicht mehr der Hort der Hooliganschlachten von einst sind und man mit fortschrittlicher Sicherheitstechnik brenzlige Situationen im Keim erkennen und ersticken kann. Die wirklichen Gefahrenherde sind irgendwo au&amp;szlig;erhalb, wo sich nun vielleicht auch die Jungs mit Stadionverbot aufhalten, um ein bi&amp;szlig;chen von der geliebten Atmosph&amp;auml;re des Spieltages aufzusaugen.
Solange es eine riesige Dunkelziffer unberechtigter Stadionverbote gibt und die Richtlinien Willk&amp;uuml;r erm&amp;ouml;glichen, muss man diese Richtlinien hinterfragen und nach L&amp;ouml;sungen streben, die die Sicherheit beim Fu&amp;szlig;ball nicht unterh&amp;ouml;hlen, andererseits aber auch zu transparenteren Ma&amp;szlig;nahmen und gerechteren Strafen f&amp;uuml;hren.
Das Positionspapier der Frankfurter Fans (nachzulesen unter http://www.fanabteilung.de/portal/downloads/positionspapier-sv.pdf) kann dabei als Diskussionsgrundlage dienen. Ebenso wei&amp;szlig; ein Modell des FC St. Pauli zu gefallen, welches zuk&amp;uuml;nftig Anwendung finden soll.
Hier die Eckpunkte dieses Modells:

1. Klarere Trennung von Anh&amp;ouml;rungsrecht und Erteilung des Stadionverbots: &amp;Auml;hnlich wie bei den F&amp;auml;llen rund um das Chemnitz-Spiel sollen die Betroffenen erst ein Schreiben erhalten, in dem das Stadionverbot angek&amp;uuml;ndigt und der Betroffene zu Anh&amp;ouml;rung/Stellungnahme gebeten wird.Hierbei soll klar auf die m&amp;ouml;gliche Hilfe des Fanbeauftragten / Fan-Projekts hingewiesen werden
2.&amp;nbsp;Bei der Erteilung des Stadionverbots soll die Laufzeit abh&amp;auml;ngig gemacht werden vom Einzelfall: Inhalt und Form der Einlassung des/der Betroffenen, Pers&amp;ouml;nlichkeit und Geschichte des/der Betroffenen, Betrachtung des Vorfalls und dessen Entstehung (statt Katalogisierung nach Straftatbestand).
3. Die Dauer der Stadionverbote soll unter 1 Jahr Dauer liegen, in den meisten F&amp;auml;llen sogar deutlich darunter. Gem&amp;auml;&amp;szlig; der Bestimmungen ist eine Aussetzung nach der H&amp;auml;lfte der Stadionverbotsdauer m&amp;ouml;glich, ggf. gegen Auflagen.
4. Diese Auflagen sollen nicht nur im direkten Umfeld des Vereins liegen, sondern auch in benachbarten Projekten wie bspw. Caf&amp;eacute; mit Herz, BallKult, Bauspielplatz u.&amp;auml;. 
5.&amp;nbsp;Nur in Extremf&amp;auml;llen soll ein Ausschuss wie nach dem Chemnitz-Spiel einberufen werden.
(Quelle: Fanladen St.Pauli)
Wir hoffen, dass St.Pauli damit Vorbild f&amp;uuml;r andere Vereine werden kann und die Angst vor willk&amp;uuml;rlichen Stadionverboten nicht f&amp;uuml;r immer der stete Begleiter des Fu&amp;szlig;ballfans ist.
Artikel zu Stadionverboten aus dem Kurvengedanken Nummer 66 der Ultras Hannover
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<link>http://blogs.die-fans.de/hannoi1896/448/</link>
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<title>Und dann die Handys zum Himmel...</title>
<description>Die Erfolgsgeschichte des Internets hat zweifelsohne auch in der Fankultur ihre Spuren hinterlassen. Fanclubs haben die M&amp;ouml;glichkeit sich auch au&amp;szlig;erhalb des Stadions in der virtuellen Welt zu pr&amp;auml;sentieren. Anstatt am Bierstand oder am Stammtisch wird in Foren diskutiert und um Fotos oder Videos von den Spielen zu sehen reichen auch wenige Klicks im weltweiten Netz. Kann man &amp;uuml;ber Fl&amp;uuml;che und Segen der Selbstdarstellung im Internet und des Informationsaustausches in Foren sicher lange vortrefflich streiten, entwickelt sich Letzteres einfach nur noch zum Hemmschuh f&amp;uuml;r die Fankultur.
Das &amp;quot;Web 2.0&amp;quot;, in dem jeder Internetbenutzer &amp;uuml;ber diverse Plattformen selbst Inhalte (speziell Medien) online stellen kann, hat einhergehend mit der Entwicklung des Mobiltelefons zum Multimedia-Allesk&amp;ouml;nner im Taschenformat daf&amp;uuml;r gesorgt, dass etliche Stadionbesucher in der Lage sind Videoaufnahmen im Stadion zu machen und es auch keine gro&amp;szlig;artigen Informatik-Kenntnisse braucht um diese Erzeugnisse im Web f&amp;uuml;r Jedermann zu ver&amp;ouml;ffentlichen. Gierig fragen schon kurz nach Spielschluss diverse Nutzer von Fanforen nach Bilder und Videos vom Spiel und nach nicht all zu langer Zeit wird ihr Verlangen mit Verkn&amp;uuml;pfungen zu den gro&amp;szlig;en Videoplattformen wie &amp;quot;Youtube&amp;quot; oder &amp;quot;Myvideo&amp;quot; gestillt. Dort darf man dann sowohl bild- und soundqualit&amp;auml;tsarme Videosequenzen schauen auf denen die Protagonisten des Fanblocks beim optischen und akustischen Unterst&amp;uuml;tzen ihrer Mannschaft zu sehen sind.
Ebenso sind aber auf den Videos auch schon zig Andere Herrschaften zu sehen die genau wie der Filmer ihre Handys in die Luft getreckt haben, um den Support zu filmen. Man hat das Gef&amp;uuml;hl, dass die Zahl der kleinen Filmemacher von Woche zu Woche w&amp;auml;chst und im Umkehrschluss dazu schrumpft die Zahl der aktiv Supportenden. Denn wer filmt kann schlecht gleichzeitig ausreichend am unterst&amp;uuml;tzen teilnehmen. &amp;Uuml;bertreibt man das Szenario ein wenig, k&amp;ouml;nnen sich die Handyfilmemacher bald gegenseitig im Fanblock filmen, da es dann kaum noch jemand als seine Berufung ansieht im Fanblock die Mannschaft zu unterst&amp;uuml;tzen, sondern alle nur &amp;quot;geilen Support&amp;quot; filmen wollen, der dann mit anderen miesen Videos bei Youtube und Co konkurriert.
Die Macher der Handyvideos und Fotos glauben vielleicht sogar, dass zeitnahe Videos bei Youtube der Reputation der Fanszene dienlich sind, aber das ist ein Trugschluss. Videos und Fotos die einen Fanblock halb voll mit Supportenden und halb gef&amp;uuml;llt mit Handyfilmern zeigen, sind nur l&amp;auml;cherlich. Da hilft es auch nichts, dass nahezu alle Szenen mit der Flut mieser Videos und einer Filmemacherinflation zu k&amp;auml;mpfen haben. Au&amp;szlig;erdem kann es f&amp;uuml;r viele im Block ein Hemmschuh sein, wenn st&amp;auml;ndig mehrere Linsen auf einen gerichtet sind und man sich nach dem Spiel in Gro&amp;szlig;aufnahme im Netz bewundern kann. Nicht jeder kann unter diesen Umst&amp;auml;nden so aus sich heraus gehen, wie es f&amp;uuml;r anst&amp;auml;ndigen Support w&amp;uuml;nschenswert w&amp;auml;re.
&amp;Uuml;berlasst das Filmen und Fotografieren doch bitte weiterhin denen die das schon l&amp;auml;nger und einigerma&amp;szlig;en professionell machen und konzentriert euch darauf aktiv Teil einer lautstarken und emotionalen Masse zu sein, denn die braucht unsere Mannschaft im Gegensatz sound- und bildtechnisch minderwertigen Handyvideos. Diejenigen die wirklich gute Fotos und Videos machen haben dann auch wieder viel bessere Motive, wenn Ihr anstatt zu filmen wieder voll mitzieht und anstatt Handys beim Torjubel wieder mehr Fahnen und jubelnde H&amp;auml;nde in die H&amp;ouml;he gehen.</description>
<link>http://blogs.die-fans.de/hannoi1896/353/</link>
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<title>Good Night Austria, Good Morning Red Bull</title>
<description>Die etwas &amp;Auml;lteren und auch einige J&amp;uuml;ngere unter uns werden sich bestimmt noch gut an die UEFA-Cup-Spielzeit 1993/94 erinnern. Damals bezwang der Karlsruher SC nacheinander den PSV Eindhoven, den FC Valencia (mit dem legend&amp;auml;ren 7:0 im R&amp;uuml;ckspiel), Girondins Bordeaux und Boavista Porto und ein gewisser Edgar Schmitt gewann unter dem Spitznamen &amp;ldquo;Euro-Eddy&amp;rdquo; durch seine zahlreichen Tore f&amp;uuml;r den KSC an nationaler Popularit&amp;auml;t. Im Halbfinale war dann allerdings Endstation f&amp;uuml;r die Badener. Man musste sich sehr ungl&amp;uuml;cklich durch ein 0:0 ausw&amp;auml;rts und einem 1:1 zu Hause dem &amp;ouml;sterreichischen Vertreter Casino Salzburg geschlagen geben, der Europapokal-Ausw&amp;auml;rtstore-Regel sei Dank. Dieses Casino Salzburg wiederum scheiterte knapp im Finale an Inter Mailand (zwei 1:0 Niederlagen in Hin- und R&amp;uuml;ckspiel). Dennoch kann diese Finalteilnahme als gr&amp;ouml;&amp;szlig;ter internationaler Erfolg des SV Austria Salzburg (so hie&amp;szlig; der Verein seit seiner Gr&amp;uuml;ndung 1933 bis zum Jahr 1978, als die &amp;Ouml;sterreichische Spielbanken AG sich beim Verein einkaufte) verbucht werden. Auch auf nationaler Ebene lief es 93/94 f&amp;uuml;r die Violetten aus Salzburg pr&amp;auml;chtig, unter Coach Otto Baric konnte man den Ersten von insgesamt drei &amp;ouml;sterreichischen Meistertiteln erringen. Diesen Titel verteidigte man auch in der darauf folgenden Spielzeit, in der man nebenbei noch die Luft der Champions League atmete, allerdings in der Gruppenphase gegen die sp&amp;auml;teren Finalisten AC Mailand und Ajax Amsterdam, sowie gegen AEK Athen den K&amp;uuml;rzeren zog. Danach ging es leider kontinuierlich abw&amp;auml;rts f&amp;uuml;r die Salzburger. Die Violetten konnten zwar 1996/97 als Au&amp;szlig;enseiter ihre dritte Meisterschaft gewinnen, aber die kommenden Jahre waren eher von Abstiegskampf und Existenzangst, denn von Triumphen und internationalen Weihen gepr&amp;auml;gt. 1997 war auch das Jahr in dem W&amp;uuml;stenrot die &amp;Ouml;sterreichische Spielbanken AG als Namenspatron und Gro&amp;szlig;sponsor abl&amp;ouml;ste, was auf die sportliche Talfahrt aber keinerlei Auswirkung hatte. Das Salzburger Publikum musste sich mit Mittelma&amp;szlig; und Abstiegskampf zufrieden geben. Da es finanziell durch Misswirtschaft bedingt auch wenig rosig aussah, erschien der Einstieg des erfolgreichen und sehr solventen Red Bull Konzerns im April 2005 als Segen. Red Bull Chef Dietrich Mateschitz hatte scheinbar den Volkssport Fu&amp;szlig;ball f&amp;uuml;r sich und seine Firma entdeckt, denn bisher war der Energy Drink Red Bull eher als Sponsor von Extrem- und Trendsportarten und durch sein Red Bull Formel 1 Team (ehemals Sauber) bekannt. Man machte auch sogleich die Schatulle gro&amp;szlig;z&amp;uuml;gig weit auf und lie&amp;szlig; den Verein etliche neue namhafte Spieler verpflichten (u.a. die ehemaligen Bundesliga-Profis Thomas Linke, Alexander Zickler, Vratislav Lokvenc, Markus Schopp und Aleksander Knavs). Man wollte ein erfolgreiches Team aufbauen, welches kurzfristig den Meistertitel holen soll und mittelfristig in der Champions League ein geh&amp;ouml;riges W&amp;ouml;rtchen mitreden m&amp;ouml;chte, so dass f&amp;uuml;r die Marke Red Bull ein gewaltiger Imagegewinn herausspringt und die Ums&amp;auml;tze des Konzernes weiter steigen. An sich nichts Ungew&amp;ouml;hnliches, Sponsoring im Spitzensport ist schlie&amp;szlig;lich auf diesem Prinzip aufgebaut und ohne Sponsoren geht es ja bekanntlich nicht mehr. Doch leider blieb es diesmal nicht beim Namenssponsoring des Vereins (in &amp;Ouml;sterreich ja generell fast ausnahmslos Gang und Gebe), sowie Trikotsponsoring und Bandenwerbung o.&amp;auml;., sondern die Farben der Trikots wurden von den Vereinsfarben violett-wei&amp;szlig; auf rot-wei&amp;szlig; und blau ge&amp;auml;ndert und das Stadion wurde in eine Art Diskothek verwandelt (mit laut aufgedrehter elektronischer Musik und Lichtshows). Ein riesiges Red Bull Logo s&amp;auml;umt den Rasen auf H&amp;ouml;he des Mittelkreises und als Gr&amp;uuml;ndungsdatum des Vereins wird nicht mehr 1933, sondern das Jahr 2005 angegeben. Fr&amp;uuml;h wurde klar, dass nicht nur der Hauptsponsor gewechselt wurde, sondern das einfach mal der ganze Verein ausgewechselt wurde.
Die aktiven Fans des SV Austria waren von Anfang an etwas besorgt &amp;uuml;ber den Einstieg von Red Bull, sie sahen neben den Chancen auch fr&amp;uuml;h die Risiken. Schlie&amp;szlig;lich ist Red Bull nicht nur ein lokales Unternehmen, welches dem in N&amp;ouml;ten befindlichen &amp;ouml;rtlichen Fu&amp;szlig;ballclub finanziell ein wenig unter die Arme greift, sondern vielmehr ein weltweit agierenden Gro&amp;szlig;konzern mit Sitz in Salzburg. Und Gro&amp;szlig;konzerne und ihr Treiben werden bei der mittlerweile f&amp;uuml;r viele Fans etwas zu rasant voranschreitenden Kommerzialisierung des Fu&amp;szlig;ballsports mitunter sehr skeptisch betrachtet. So wurde die Vorfreude vieler Anh&amp;auml;nger auf die neuen Stars, die neue Saison und die neuen M&amp;ouml;glichkeiten der Austria dank Red Bull fr&amp;uuml;h geschm&amp;auml;lert. Es zeichnete sich leider ab, dass die alte Austria gewaltig umgekrempelt werden w&amp;uuml;rde und das neue Gesicht scheinbar keinen Platz f&amp;uuml;r die alte Austria lie&amp;szlig;. Einziger Hoffnungsschimmer: Die Vereinsfarben violett und wei&amp;szlig; wurden auch in den neuen Statuten des Vereins Red Bull festgeschrieben und so &amp;uuml;bte man sich vorerst in Geduld und wartete wie viel Austria wirklich noch in Red Bull Salzburg stecken w&amp;uuml;rde. Doch der Schock kam sp&amp;auml;testens bei der Vorstellung der neuen Trikots, weder in den Heim- noch in den Ausw&amp;auml;rtstrikots war auch nur ein Klecks violett zu finden. Stattdessen gab es rot-wei&amp;szlig;e Heimtrikots und einen dunkelblauen Ausweichdress. Nun entpuppte sich wieviel dieses kleine Zugest&amp;auml;ndnis mit den Vereinsfarben von Red Bulls Chef Mateschitz wirklich wert war, n&amp;auml;mlich gar nichts. W&amp;auml;hrend der Sommerpause ging dann die neue Homepage des Vereins online, auf dieser war nicht ein Hinweis auf die violette Vergangenheit zu finden und als Gr&amp;uuml;ndungsjahr wurde schlichtweg 2005 angeben. Mittlerweile gibt es auf der mit Anglizismen durchsetzten Internetpr&amp;auml;senz von RB Salzburg den Men&amp;uuml;punkt &amp;ldquo;Roots&amp;rdquo;, dass man diesen allerdings nicht &amp;ldquo;History&amp;rdquo; nannte, spricht f&amp;uuml;r sich und die weitere offensichtliche Verleumdung der violetten Vergangenheit. Bei den wenigen Spielern, die aus dem Kader der Vorsaison noch bleiben durften, steht in der Vita als letzter Verein SV W&amp;uuml;stenrot Salzburg, was eigentlich eindeutig f&amp;uuml;r sich spricht. Das neue Vereinswappen enthielt nat&amp;uuml;rlich auch kein violett und das Akronym SV oder gar das Wort Austria erst recht nicht. Eigentlich ist es nur ein Red Bull Logo, erg&amp;auml;nzt durch Zusatz Salzburg und einen kleinen Fu&amp;szlig;ball. Beim ersten Testspiel der neuen &amp;ldquo;Austria&amp;rdquo; in Mondsee gab es dann sogleich auch die ersten Proteste. Circa 50 Traditionalisten st&amp;uuml;rmten nach 20 Minuten das Spielfeld und forderten per Spruchband und Sprechch&amp;ouml;ren eine violette Austria bzw. ein violettes Red Bull Salzburg. Beim darauf folgenden Testspiel in Seekirchen gegen Hajduk Split wurde dann Anh&amp;auml;ngern mit violett-wei&amp;szlig;en Fanartikeln der Zutritt verwehrt. Begr&amp;uuml;ndet wurde dies danach mit einer Forderung der Vereinsf&amp;uuml;hrung, welche eben diese allerdings im Nachhinein abstritt. Dennoch ein sicher bemerkenswerter Vorgang, dass Fans mit Fanartikeln in den offiziellen Vereinsfarben kollektiv von Spiel ihrer Lieblingsmannschaft ausgeschlossen werden, irgendwoher musste diese Weisung ja stammen. F&amp;uuml;r den klassischen Fan schien scheinbar eh kein Platz mehr im neuen Konzept des Red Bull Konzerns. Die Stehplatzsektoren der Heimfans wurden erstmal auf weniger als die H&amp;auml;lfte reduziert und Fanartikel gab es zun&amp;auml;chst auch nicht mehr. Man wollte n&amp;auml;mlich keine gr&amp;ouml;lenden oder betrunkenen Fans in Red Bull Utensilien sehen, dies sah man als zu negativ f&amp;uuml;r das Image der Marke Red Bull an. Neue Fans sollten her, angelockt durch Shows, Stars und Sternchen, neue Topspieler, Animateure und das hippe Image des Energydrinks. Und diese neuen &amp;ldquo;Fans&amp;rdquo; kamen und kommen auch in Scharen. Gegen den Zuschauerschnitt des Clubs Red Bull Salzburg kann man nicht viel sagen, allerdings d&amp;uuml;rften die meisten eben nicht des Vereins und des Sportes halber kommen. Die meisten wollen wohl eher Teil des Events sein, unterhalten werden und Montag auf der Arbeit ihren Kollegen erz&amp;auml;hlen, dass sie sich von einem Animateur in Stierk&amp;auml;mpferkost&amp;uuml;m zur Welle animieren lie&amp;szlig;en und dass David Coulthard den Ehrenanstoss ausf&amp;uuml;hrte, mit einem Ball den ein Fallschirmspringer brachte. Anders l&amp;auml;sst eher schlecht erkl&amp;auml;ren, dass diese Leute vorher scheinbar kein Interesse an Salzburgs fu&amp;szlig;ballerischer Nummer eins hatten nun auf einmal die R&amp;auml;nge des Salzburger EM-Stadions bev&amp;ouml;lkern. Nur die neuen Spieler und die vermeintlichen Aussichten auf kommende gro&amp;szlig;e Erfolge, werden es wohl kaum sein, die pl&amp;ouml;tzlich viele Tausend neue Zuschauer anlocken, zumal es sportlich nach dem Saisonstart eher schlecht als recht aussah (mittlerweile ist man trotz etlicher Niederlagen zu Saisonbeginn ganz oben dabei in der Tabelle). Die Bed&amp;uuml;rfnisse dieser Leute scheint Red Bull jedenfalls hervorragend stillen zu k&amp;ouml;nnen und wenn sich demn&amp;auml;chst im internationalen Wettbewerb die Weltstars in Salzburg Wals-Siezenheim die Klinke in die Hand geben, d&amp;uuml;rfte der Besucherstrom der Gloryhunter und Eventfans auch so schnell nicht abnehmen. Was aber die traditionellen Fans, das Herz und die Seele des Fu&amp;szlig;ballsports, und ihre Bed&amp;uuml;rfnisse angeht, scheint Red Bull keinerlei Verst&amp;auml;ndnis zu zeigen. Die Initiative Violett-Wei&amp;szlig;, ein B&amp;uuml;ndnis etlicher violetter Austria-Fans und Fanclubs, nahm man erst gar nicht ernst, sondern warf sie mit Randalierern und Unruhestiftern in einen Topf. Da dies aber nicht der Fall war und negative Presse gegen&amp;uuml;ber Red Bulls Verhalten sich h&amp;auml;ufte, ging man in Verhandlungen mit der Initiative &amp;uuml;ber. Diese zogen sich allerdings lange ergebnislos hin, bis letztlich selbst das kleinste und bescheidenste Kompromissangebot der Initiative auch abgeblockt wurde und die Verhandlungen von beiden Seiten endg&amp;uuml;ltig abgebrochen wurden. Doch wozu f&amp;uuml;hre ich Verhandlungen, wenn ich scheinbar gar nicht bereit bin von meinem Standpunkt abzur&amp;uuml;cken? Dass ein kleines violettes Adidaslogo auf den Trikots und violette Torwartstutzen den Traditionalisten nicht gen&amp;uuml;gen d&amp;uuml;rften, war von Anfang an klar. Man war aber nicht bereit auch nur einen Schritt weiter in die Richtung violetten Fans zu gehen. Da dr&amp;auml;ngt sich der Verdacht auf, man wollte die Verhandlungen nur verschleppen und sp&amp;auml;testens dann abbrechen wenn der sportliche Erfolg f&amp;uuml;r Ruhe im Umfeld und in der Presse sorgt und man somit nicht mehr auf die Fanbasis angewiesen ist und ihre kritischen Stimmen fortan durch Siege &amp;uuml;bert&amp;ouml;nen kann. Von den unz&amp;auml;hligen Solidarit&amp;auml;tsbekundungen aus ganz Europa (Hannovers Fans zeigten gegen N&amp;uuml;rnberg, M&amp;uuml;nchen und Wolfsburg Solidarit&amp;auml;tsspruchb&amp;auml;nder) und sogar teilweise aus &amp;Uuml;bersee, schien man bei Red Bull gar keine Kenntnis nehmen. Und an der &amp;ouml;sterreichweiten Solidarit&amp;auml;t und dem schlechten Image des Vereins bei den gegnerischen Fans scheint man sich auch nicht zu st&amp;ouml;ren, obwohl man diese kritischen Fans nicht so leicht aussperren kann wie die eigenen. 
In Salzburg gab es nach dem Scheitern der Verhandlungen mit dem Verein noch mal einen Abgang mit Get&amp;ouml;se. Die Violetten unter den Fans hatten noch ihren letzten gro&amp;szlig;en Auftritt und in der 72.Minute beim Spiel gegen Austria Wien (72 Jahre existierte der SV Austria Salzburg von 1933 bis 2005) wurde Rauchpulver in violett und wei&amp;szlig; entz&amp;uuml;ndet und einige Bengalische Lichter wurden auf dem Platz entsorgt. Ebenso gab es deftige Spruchb&amp;auml;nder gegen Mateschitz &amp;amp; Co und nat&amp;uuml;rlich brachial laute Sprechch&amp;ouml;re gegen Red Bull. Vereinzelt kam es auch zu Tumulten mit der Polizei und den Ordnungskr&amp;auml;ften. Das war es nun endg&amp;uuml;ltig f&amp;uuml;r &amp;Ouml;sterreichs zweitbeste Fankurve. Sicher f&amp;uuml;r viele Au&amp;szlig;enstehende nicht ausnahmslos ein Abgang mit Stil, aber noch stilloser zeigten sich sp&amp;auml;ter die Vereinsverantwortlichen, denn diese wollten die Aktionen und die Ausschreitungen der Initiative Violett-Wei&amp;szlig; in die Schuhe schieben, welche allerdings mit Gewalt nie etwas am Hut hatte und auch immer wieder zum Gewaltverzicht aufrief. So konnte Red Bull noch mal kr&amp;auml;ftig nachtreten und den ehemaligen fairen Verhandlungspartner in der &amp;Ouml;ffentlichkeit verunglimpfen. Ebenso nutzte man die Vorf&amp;auml;lle vom Spiel gegen Austria Wien, um die Stehpl&amp;auml;tze f&amp;uuml;r die Heimfans endg&amp;uuml;ltig abzuschaffen. 
Die violetten Traditionalisten werden nun doch den Rat von Trainer Kurt Jara (der seit seinem Antritt wie schon in Hamburg und Kaiserslautern lieber die Konfrontation als den Dialog mit den Fans suchte) befolgen, dieser meinte n&amp;auml;mlich wer eine violett-wei&amp;szlig;e Austria haben will, solle doch seinen eigenen Verein gr&amp;uuml;nden. Und dahingehend laufen nun alle Kr&amp;auml;fte der mittlerweile eng zusammengeschwei&amp;szlig;ten Anh&amp;auml;ngerschaft der Austria. Austria Salzburg wird bald wieder auferstehen und hoffentlich eine erfolgreiche Zukunft haben. Zur&amp;uuml;ck lassen sie eher ein Produkt, als einen Verein und eine Anh&amp;auml;ngerschaft, die mit Fankultur wenig zu hat. Diese Leute sind eher Kunden der Red Bull Show und somit vielleicht schneller wieder weg als Didi Mateschitz neue Stars kaufen kann. Die ehemals Violetten die geblieben sind und nun ihre Pl&amp;auml;tze mit den zahlreichen neuen Zuschauern teilen m&amp;uuml;ssen, freuen sich ob der neuen Topstars, des Erfolges und der guten wirtschaftlichen Situation. Sie sagen sich Austria Salzburg hei&amp;szlig;e nun eben Red Bull Salzburg, nicht mehr und nicht weniger. F&amp;uuml;r sie ist es nach wie vor der gleiche Verein, doch was bleibt einem Verein, wenn ihm die Tradition, der Name und die Farben genommen werden? Nicht viel, wirklich nicht viel...

Artikel von mir zur Verwandlung des SV Austria Salzburg zu Red Bull Salzburg aus dem Herbst 2005</description>
<link>http://blogs.die-fans.de/hannoi1896/199/</link>
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<title>Getrennt bei den Farben - Vereint in der Sache!</title>
<description>Fussballfans im Abseits

Fussballrepublik Deutschland in Sommer 2005, die 41.Bundesligasaison ist just beendet worden, der Confederations Cup der FIFA steht vor der T&amp;uuml;r und in nur einem Jahr findet die Weltmeisterschaft in unserem Heimatland statt. Man m&amp;uuml;sste meinen ganz Deutschland befindet sich im kollektiven Fussballfieber und z&amp;auml;hlt ungeduldig die Tage bis zum Gro&amp;szlig;ereignis im Sommer 2006, w&amp;auml;hrend man sich nebenbei auf die neue Saison als Appetith&amp;auml;ppchen freut. Doch leider d&amp;uuml;rfte so manchem Fussballfreund die Vorfreude auf die WM vergangen sein, allein schon weil sie ohne ihn stattfinden wird. Zahllosen Fans blieb ein Ticket f&amp;uuml;r die 64 Spiele des WM-Turniers verw&amp;auml;hrt, kein Wunder wenn nur etwa ein Drittel der Karten in den regul&amp;auml;ren Verkauf geht. Bei der WM der Vips und Sponsoren bleibt nicht mehr viel Platz f&amp;uuml;r den gemeinen Fan.
Doch leider stellt f&amp;uuml;r viele Fans in den Stadien das fehlende Ticket f&amp;uuml;r die WM-Endrunde nicht das gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Problem dar. Sie Fragen sich eher, insbesondere bei Ausw&amp;auml;rtsspielen, was die Polizei sich denn diesmal &amp;quot;Sch&amp;ouml;nes&amp;quot; &amp;uuml;berlegt hat. Vermutlich wird man wieder wie ein Schwerbrecher behandelt, vielleicht ger&amp;auml;t man auch wieder in Tumulte, an denen die Ordnungsh&amp;uuml;ter nicht ganz unschuldig sind. Oft sind es keine rosige Aussichten f&amp;uuml;r den aktiven Fan, l&amp;auml;ngst werden Fans v&amp;ouml;llig unverh&amp;auml;ltnism&amp;auml;&amp;szlig;ig mit polizeilicher Repression bedacht. Angeblich soll es in Deutschland &amp;uuml;ber 6000 gewaltbereite Hooligans geben, sie alle sind in Datei Gewaltt&amp;auml;ter Sport der Polizei gespeichert. &amp;Uuml;ber 7000 sollen es nach Angaben der Polizei noch bis zur WM werden. Was nach Planzahlen klingt, scheinen auch eben solche zu sein. Um in diese omin&amp;ouml;se Datei zu kommen, reicht oft eine schlichte Personalienkontrolle im Rahmen eines Fussballspieles. Polizeiliche Willk&amp;uuml;r bleibt da leider nicht aus und viele Unschuldige haben mit den Konsequenzen eines Dateieintrages leben. Diese k&amp;ouml;nnen zum Beispiel ein Ausreiseverbot oder Meldeauflagen bei brisanten Spielen sein. Auch Stadionverbote werden h&amp;auml;ufig vorschnell und zu Unrecht ausgesprochen. So werden an sich gute Ma&amp;szlig;nahmen zum Schutze der friedlichen Fans immer mehr zur Bedrohung f&amp;uuml;r die eigentlich friedlichen Fans. Waren es einst Gewaltdelikte f&amp;uuml;r die ein Stadionverbot ausgesprochen wurde, so k&amp;ouml;nnen es heute Lapalien wie Sticker kleben oder diskutieren mit der Polizei sein. Die Stadionverbote werden dann ohne Anh&amp;ouml;rung auf Empfehlung der Polizei ausgesprochen und nachdem, wie in sehr vielen F&amp;auml;llen &amp;uuml;blich, das Verfahren feingestellt wurde oder ein Freispruch erfolgte, wird es leider nicht wieder automatisch aufgehoben und oft bleibt h&amp;ouml;chstens der kostspielige Schritt zu zivilrechtlichen Ma&amp;szlig;nahmen, um eine Aufhebung zu erreichen.
Normalerweise gefundes Fressen f&amp;uuml;r jeden investigativen Journalisten, doch leider scheint sich der p&amp;ouml;belnde und randalierende Fussballfan besser zu verkaufen (schlie&amp;szlig;lich wurde dieses Klischee von langer Hand m&amp;uuml;hselig aufgebaut), als kreative und farbenfrohe Fans, die Opfer von Repression und Willk&amp;uuml;r durch den DFB oder die Polizei werden. Kommt man zu dieser Erkenntnis, hilft eigentlich nur eins, n&amp;auml;mlich selbst die &amp;Ouml;ffentlichkeit wachr&amp;uuml;tteln und versuchen diese Missst&amp;auml;nde zu &amp;auml;ndern.
So kam es dazu, dass einige Faniniativen f&amp;uuml;r den 16.Juni 2005 zur Demonstration f&amp;uuml;r mehr Fanrechte aufriefen. Die Demo sollte in Frankfurt am Main stattfinden. Ort und Datum waren sehr bewusst gew&amp;auml;hlt, schlie&amp;szlig;lich sollte am selben Abend das Er&amp;ouml;ffnungsspiel des Confederation Cups steigen und so konnte man medienwirksam vor der Haust&amp;uuml;r des Deutschen Fussballbundes f&amp;uuml;r seine Anliegen durch die Stra&amp;szlig;en ziehen. Daf&amp;uuml;r nahm man auch in Kauf dass der Termin unter der Woche (ein Mittwoch) vielen die Teilnahme aus beruflichen Gr&amp;uuml;nden verw&amp;auml;hrt blieb. Dennoch waren es &amp;uuml;ber 1500 aktive Fans aus dem ganzen Bundesgebiet, die den Weg in die Mainmetropole fanden und sich ein T-Schirt in ihren Vereinsfarben &amp;uuml;berstreiften. Dadurch ergab sich ein sehr farbenfrohes Bild welches von zahlreichen Spruchb&amp;auml;ndern untermalt wurde. Auf ihnen waren Statements wie &amp;quot;Gegen &amp;uuml;bertriebene Medienhysterie&amp;quot;, &amp;quot;Fussball - Unsere Religion. Zerst&amp;ouml;rt durch Willk&amp;uuml;r &amp;amp; Repression&amp;quot; oder &amp;quot;Vorhang auf - Kn&amp;uuml;ppel drauf?!&amp;quot; zu lesen. Immer wieder waren auch Slogans wie &amp;quot;Stoppt Polizeigewalt!&amp;quot; oder &amp;quot;Gegen den modernen Fussball&amp;quot; zu ersp&amp;auml;hen. Doch der Demozug pr&amp;auml;sentierte sich nicht nur optisch bunt und kreativ, sondern auch lautstark. Immer wieder wurde diverse Parolen skandiert oder gesungen, am beliebtesten waren sicherlich &amp;quot;Fussballfans sind keine Verbrecher&amp;quot; (ebenfalls ein h&amp;auml;ufiges Plakatmotiv) oder &amp;quot;Gegen Polizeigewalt&amp;quot;.
Der Leitspruch der Demonstration &amp;quot;Getrennt bei den Farben - Vereint in der Sache&amp;quot; (auch R&amp;uuml;ckenmotiv auf den Demoshirts) bew&amp;auml;hrte sich voll und ganz. Egal ob aus Rostock, M&amp;uuml;nchen, K&amp;ouml;ln oder Frankfurt, die Fans von zig unterschiedlichen Vereinen von der Bundes- bis zur Oberliga sangen und marschierten friedlich zusammen und Rivalit&amp;auml;ten aus dem Ligaalltag oder alte Feindschaften spielten heute keine Rolle. Jedem schien bewusst zu sein, dass das heutige Anliegen wichtiger als etwaige Dissonanzen war. Dies nahm auch die Polizei zur Kenntnis, die lobende Worte f&amp;uuml;r die friedliche Demonstration fand. Nach einem &amp;uuml;ber zweist&amp;uuml;ndigen Marsch endete die Demo am Frankfurter Hauptbahnhof mit einer kollektiven Humba als &amp;quot;Abschluskundgebung&amp;quot;, sowie dem Versprechen, dass dies nicht die letze Aktion f&amp;uuml;r Gerechtigkeit gegen&amp;uuml;ber Fussballfans war. Und so konnte auch der circa 30k&amp;ouml;pfige Tross aus Hannover zufrieden die Heimreise antreten.
In den n&amp;auml;chsten Tagen gab es sehr erfreuliches bundesweites Medienecho und viele unserer Anliegen, sowie die Missst&amp;auml;nde im Fussballalltag, fanden den Weg in die &amp;Ouml;ffentlichkeit. Es gab einige Wochen nach der Demo sogar einen objektiven Bericht &amp;uuml;ber die willk&amp;uuml;rliche Datei Gewaltt&amp;auml;ter Sport im ARD-Magazin Monitor, der auch endlich den Nicht-Betroffenen das oft ungeheuerliche Verhalten und Handeln von DFB und Polizei n&amp;auml;her brachte. Auch der von Fanseite viel kritisierte Bundesinnenminister Otto Schily bat Fanvertreter zur Audienz und regte die Einrichtung einer Ombudsstelle f&amp;uuml;r Fussballfans an. Inwiefern dies realisiert wird, ist zwar noch vorerst ungewiss, aber generell darf unter anderem dieses schon mal als kleiner Erfolg gewertet werden. Ob sich wirklich etwas &amp;auml;ndert, wird allerdings der Ligaalltag zeigen. Und Speksis ist diesbez&amp;uuml;glich leider weiterhin mehr als angebracht. Gut zu wissen, dass sich die Fanszenen der Bundesrepublik nicht scheuen werden weiter zu protestieren.

 Artikel von mir aus dem Sommer 2005 zur Fandemo in Frankfurt am Main</description>
<link>http://blogs.die-fans.de/hannoi1896/198/</link>
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